Blaues Licht und die Probleme

Kurzwellige Lichtstrahlung (Blaulicht) hat eine oxidative Wirkung.

Kurzwellige Strahlung hat ein hohes Energiepotential. Es kann dadurch beim Auftreffen auf Gewebe zur Bildung von freien Sauerstoffradikalen führen.
Zellen können durch oxidative Prozesse geschädigt und sogar zerstört werden.

An der Stelle des schärfsten Sehens, dem „gelben Fleck“ (Macula lutea), gibt es einen natürlichen Schutz, der dieses Licht absorbieren soll. Hier wirken Pigmente, Lutein und Zeaxanthin, die bei gesunden Verhältnissen das kurzwelliges Licht weitestgehend absorbieren.
Die Dichte dieser Pigmente nimmt mit dem Alter ab. Dadurch kann das blaue Licht die Zellen stärker schädigen.
Es kann zur Makuladegeneration kommen, bei der die Sehkraft an der Stelle des schärfsten Sehens nachlässt und langsam völlig verschwindet.

Makuladegeneration

Mit 50 % stellt die Makuladegeneration die häufigste Ursache von erworbener Blindheit dar. Menschen mit beginnender Makuladegeneration bekommen oft gelb getönte Brillen verschrieben, um sich vor Blaulicht zu schützen und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Was Sie tun können

Schützen Sie Ihre Augen bei der Bildschirmarbeit oder beim Fernsehen mit Brillengläsern, die über einen Blaulichtschutz verfügen und denken Sie daran, die Raumbeleuchtung gesundheitsfördernd zu gestalten.

Eine gesunde Ernährung, die reich an Antioxidantien ist, aus viel frischem Obst und Gemüse besteht, unterstützt den Körper beim Umgang mit oxidativem Stress.
Zum Erhalt des Makulapigments ist es förderlich, besonders auf Inhaltsstoffe wie Lutein und Zeaxanthin in der Ernährung zu achten.

Schädliches Licht für die Augen

Das Licht von LED-Lampen könnte auf Dauer schädlich für die Augen sein.
Untersuchungen zufolge kann der hohe Anteil blauen Lichts die altersbedingte Makuladegeneration fördern.

[...]Um Energie zu sparen, haben die europäischen Richtlinien den Ersatz von Glühlampen durch kostengünstigere Geräte wie Leuchtdioden (LEDs) empfohlen.
Das Emissionsspektrum dieser Geräte ist jedoch mit blauen Strahlungen angereichert, von denen bekannt ist, dass sie für die Netzhaut gefährlich sind. Kürzlich durchgeführte Studien haben gezeigt, dass Lichtexposition zu Beginn der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) beiträgt.[...] Studie des französischen Instituts für Gesundheit und Medizinforschung.

Blaues Licht kann Makuladegeneration fördern

Um weißes Licht zu erzeugen, mischen LED-Lampen blaues und gelbes Licht. Das blaue Licht kann die Hornhaut ungehindert passieren und Entzündungsprozesse in der Makula auslösen. In diesem Bereich der Netzhaut sitzen die farbempfindlichen Sinneszellen am dichtesten beieinander.

  • Blaues Licht kann zur Überproduktion eines Eiweißstoffes führt, der eine Kettenreaktion auslöst, die zum Tod der Sehzellen führt kann. Dadurch kommt es zu einem Verlust des Sehvermögens.
  • Blaues Licht schädigt außerdem Pigmentzellen der Netzhaut. Durch beschleunigte Alterungsprozesse produzieren die Zellen vermehrt Abfallstoffe (Lipofuszine), die wiederum die Sehzellen schädigen.

Eine Makuladegeneration erkennt der Experte an bestimmten Ablagerungen und dunklen Flecken auf der Netzhaut. Die Krankheit ist nicht heilbar und tritt meist altersbedingt auf. Blaues Licht kann den Prozess beschleunigt, wenn das Auge dem Licht ungeschützt ausgesetzt ist - also zum Beispiel beim Fernsehen oder bei der Arbeit am Bildschirm.

Augen vor LED-Licht schützen

Die Lichtintensität von LED-Lampen im Haushalt regelt eine EU-Norm. Warm-weißes Licht aus LED-Lampen gilt als weniger gefährlich für die Augen als kalt-weißes Licht. Wer das Risiko senken möchte, kann das Licht von Computermonitoren oder Smartphones in den gelblichen Bereich ("Nachtmodus") umstellen. Besonders helle LED-Leuchten sollten so eingestellt werden, dass man nicht direkt hineinschauen kann. Beim Lesen auf Bildschirmen und beim Fernsehen sollte man noch eine andere Lichtquelle im Raum einschalten - denn im Dunkeln sind die Pupillen weit gestellt und viel blaues Bildschirmlicht gelangt ins Auge.

Inzwischen sind auch LED-Lampen auf dem Markt, die einen gelb-orange eingefärbten Glaskörper besitzen. Die Tönung filtert den blauen Anteil im Licht fast komplett heraus und senkt dadurch die Gefahr für die Augen. Die Hersteller verkaufen solche LED-Lampen oft unter Bezeichnungen wie "Retro", "Vintage" oder "Kaminfeuer".

Schlafstörungen durch blaues Licht

Besonders groß ist die negative Wirkung des blauen Lichtes nachts. Dann nehmen nicht nur unsere Augen Schaden, sondern auch unsere innere Uhr gerät aus dem Takt. Licht wirkt bis in die kleinsten Molekülstrukturen des Körpers, was sich im Labor in einzelnen Zellen nachweisen lässt. Bei Dunkelheit schüttet unser Körper Melatonin aus, was den Körper auf schlafen schaltet.
Doch fällt auch nur kurz blaues Licht aufs Auge, wird die Melatoninproduktion eingestellt. Das bringt unseren Schlafrhythmus aus dem Rhythmus. Mögliche Folgen sind nicht nur Schlafstörungen, sondern langfristig auch Übergewicht und Diabetes.